Das Institut für Geowissenschaften der Freien Universität Berlin lädt zur Bewerbung auf eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlicher Mitarbeiter als Praedoc in der Arbeitsgruppe für Paläoklimatologie und Wirbeltierpaläontologie unter Leitung von Prof. Stefanie Kaboth-Bahr und Dr. Emanuel Tschopp ein. Die Forschungsarbeit der AG Paläoklimatologie und Wirbeltierpaläontologie zielt darauf ab, das Verständnis vergangener Klima- und Ökosysteme zu verbessern und deren Zusammenhang mit und Einfluss auf die Wirbeltierevolution zu erforschen. Dieses Verständnis erleichtert die Bewertung zukünftiger Szenarien unter den herrschenden Klima- und Biodiversitätskrisen.
mit 75%- Teilzeitbeschäftigung
befristet auf 3 Jahre
Entgeltgruppe 13 TV-L FU
Kennung: Dino_2025
Sauropode Dinosaurier erreichten ein Gewicht von bis zu 70 Tonnen und vergrößerten ihre Körpermasse während ihres Wachstums um das 2500-fache. Ihre Skelette mussten sich an diese Gewichtszunahme anpassen, so dass einige Knochen ihre Form während ihres Wachstums wahrscheinlich erheblich veränderten. Wir wissen jedoch nur wenig über diese Veränderungen, da Funde von juvenilen Sauropoden selten sind. Wenn sie gefunden werden, ist deren Artbestimmung schwierig.
Einige der Veränderungen, denen diese Tiere während ihres Wachstums unterworfen waren, entsprechen Veränderungen, die während der Evolution der Gruppe stattfanden. Junge Individuen konnten daher Merkmale aufweisen, die bei Arten auftraten, die früher existierten als die, zu denen sie tatsächlich gehörten. Eine kürzlich erworbene Sammlung von flagellicaudaten Sauropoden aus der oberjurassischen Morrison-Formation in Wyoming, USA, bietet eine einzigartige Gelegenheit, diese Veränderungen und ihre Auswirkungen auf phylogenetische Analysen zu ermitteln. Die fünf Exemplare von drei verschiedenen Wachstumsstadien (1 kürzlich geschlüpftes Jungtier, 2 etwas ältere Jungtiere, 2 subadulte Tiere) wurde alle am selben Fundort gefunden. Vorläufige Analysen deuten darauf hin, dass alle von derselben Art stammen könnten; es könnte sich also um eine der vollständigsten Wachstumsserien von Flagellicaudaten handeln. Bei allen Skeletten sind außerdem Schädelknochen, Wirbel, und Extremitäten erhalten, was äußerst selten ist.
Der/die wiss. Mitarbeiter*in wird die Skelette wissenschaftlich beschreiben und deren Systematik mittels phylogenetischer Analyse ermitteln. Darüber hinaus sollen eine Reihe von Tests durchgeführt werden, um Merkmale zu ermitteln, die sich durch das Wachstum verändern. Basierend auf diesen Tests können verschiedene Gewichtungsmethoden getestet werden, um die Auswirkungen solcher variablen Merkmale auf die phylogenetische Analyse zu verringern. Diese Analysen erlauben, bestehende ontogenetische Rahmenwerke für Flagellicaudaten zu aktualisieren und zu beurteilen, ob sich bestimmte Teile des Skeletts während des Wachstums stärker verändern als andere.
Dieses Projekt verbindet klassische deskriptive Paläontologie mit modernsten Ansätzen der phylogenetischen und systematischen Forschung. Es wird im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Leibniz Institut für die Analyse des Biodiversitätswandels (Hamburg, Deutschland) und dem Naturhistorischen Museum Basel (Schweiz) durchgeführt, wo die fünf Skelette momentan präpariert werden und lagern. Die/der wiss. Mitarbeiter*in wird oft nach Hamburg und Basel reisen müssen, um die Präparation wissenschaftlich zu begleiten und die Knochen detailliert zu beschreiben. Das beinhaltet auch die Dokumentation von einzelnen Knochen mit CT-scans, inkl. Segmentierung der Daten. Zusätzlich sind Reisen zum American Museum of Natural History (New York, USA) und zum Carnegie Museum (Pittsburgh, USA) geplant, um Vergleichsmaterial zu studieren. Gegen Ende des Projekts besteht die Möglichkeit, an der Konzeption von Ausstellungen in Hamburg und Basel mitzuarbeiten, wo die aktuellen Forschungsresultate mit einfließen sollen.
Ihre Aufgaben:
Erwünscht:
Die Freie Universität Berlin fördert Chancengleichheit und Diversität und begrüßt insbesondere Bewerbungen von Minderheiten, die in der Wissenschaft unterrepräsentiert sind. Frauen mit gleichwertigen Qualifikationen und wissenschaftlichen Leistungen werden bevorzugt berücksichtigt.
Die Bewerbung sollte folgende Unterlagen enthalten:
Bei Fragen zur Ausschreibung wenden Sie sich bitte an Dr. Emanuel Tschopp via e.tschopp@fu-berlin.de
Bitte beachten Sie, dass die Vorstellungsgespräche online durchgeführt werden!
Weitere Informationen erteilt Herr Dr. Emanuel Tschopp (e.tschopp@fu-berlin.de / +49 30 838 70183).
Bewerbungen sind mit aussagekräftigen Unterlagen unter Angabe der Kennung bis zum 14.04.2025 im Format PDF (vorzugsweise als ein Dokument) elektronisch per E-Mail zu richten an Herrn Dr. Emanuel Tschopp: bewerbungpaleo@geo.fu-berlin.de oder per Post an die
Freie Universität Berlin
Fachbereich Geowissenschaften
Institut für Geologische Wissenschaften
Drittmittelprojekt
Herrn Dr. Emanuel Tschopp
Malteserstr. 74-100
12249 Berlin (Lankwitz)
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